Geschichte

Schon vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr gab es in Schluttenbach Brandschutzmaßnahmen.

  • 1785 war in Schluttenbach noch keine Feuerspritze vorhanden. Damals wurden alle im Lande vorhandenen Feuerlöschgeräte überprüft (u.a. auch die von Ettlingenweier), Schluttenbach wird hier nicht erwähnt.
  • 1803 war die Stabsgemeinde Mitglied der Badischen Brandversicherungsgesellschaft, die ,,Brandkasse” führte der Stabsrechner. Erst nach Auflösung des Stabs wurde Feuerschutz eine Aufgabe der Gemeinde Schluttenbach.
  • 1853 verfügte die Gemeinde bereits über ein Feuerlöschgerät. Beanstandet wurde vom Oberamtmann, dass der Feuerlöschteich am unteren Ende des Dorfes stark verschlammt sei. Aber es hatte in Schluttenbach schon lange nicht mehr gebrannt, und so war man lässig in dieser Angelegenheit. Meistens hatte ja auch der Lindenbrunnen genügend Wasser. Die verhältnismäßig lockere Bebauung des Dorfes hat darüber hinaus zur Verhinderung größerer Brände beigetragen. Auch später hat es Flächenbrände nie gegeben.
  • 1863 stellte das Bezirksamt fest, dass genügend Feuereimer vorhanden seien.

  • 1869 wurde die Spritzenkammer im (alten) Schulhaus instand gesetzt.

  • 1881 wurde der nutzlose Feuerweiher, der wieder verschlammt war, aufgelassen. Anstelle dieses ,,Mäd” genannten Teichs trat eine Vergrößerung des Brunnentrogs.

  • 1883 hat es dann wirklich gebrannt. Die Handfeuerspritze wurde durch vier Männer an die Brandstätte (Franz Josef Schneiders Haus) getragen; doch kam bald Hilfe durch die Schöllbronner Fahrspritze. Das Wohnhaus konnte nicht mehr gerettet werden. Die unmittelbare Folge dieses Brands und seiner Erfahrungen war die Beschaffung von 17,5 Meter neuer Feuerschläuche (1884), die im selben Jahr beim Häuserbrand des Ferdinand Geiger erfolgreich eingesetzt wurden.

  • Endlich 1892 wurde zusätzlich zur Handspritze eine Fahrspritze für 200 Mark angeschafft.

  • Seit 1882 erfolgte auch eine verschärfte Kontrolle der Anlage von Blitzableitern. Sachverständiger für den Amtsbezirk war der Kupferschmied Adolf Weber in Ettlingen.

  • 1899 erhielt die Gemeinde eine Anweisung über die Anlage von Blitzableitern zugestellt, von Hofrat Dr. Meidinger, Professor der technischen Physik an der Technischen Hochschule Karlsruhe, entworfen.

  • Weitere Brandfälle sind überliefert von 1906 (Stall und Scheuer), 1910 durch Blitz

    schlag, 1928 mit einem Sachschaden von ca. 3500 RM.

  • 1936 erfolgte als Vorstufe einer Feuerwehr die Festsetzung einer ,,Feuerlöschordnung für die Gemeinde Schluttenbach”. 

    • 1 .Abteilung: 3 Mann für Sicherheit und Beleuchtung
    • 2. Abteilung: 2 Mann als Meldereiter
    • 3. Abteilung: 2 Mann als Hydrantenbedienung
    • 4. Abteilung: 2 Mann zur Schlauchführung
    • 5. Abteilung: 4 Mann Hydrantenwagenbedienung
    • 6. Abteilung: 16 Mann an der großen Spritze
    • 7. Abteilung: 3 Mann mit kleinen Feuerhaken
    • 8. Abteilung: 4 Mann mit großen Feuerhaken
    • 9. Abteilung: 6 Mann zur Wasserbeschaffung für die Spritze.
    • Alle übrigen über 18-jährigen Männer hatten sich der Abteilung 9 anzuschließen. Aus der Löschordnung geht auch hervor, welche Geräte die Gemeinde besaß. 
Feuerlöschwagen Schluttenbach
Feuerlöschwagen (Quelle: Rupert Andraschko)

In einem Bericht des Landratsamts wurde noch 1939 gemeldet, die Gemeinde sei

nicht in der Lage, eine Freiwillige Feuerwehr aufzustellen. Trotzdem gelang es im

zweiten Kriegsjahr, die Freiwillige Feuerwehr Schluttenbach zu begründen. Angesichts der Tatsache, dass der größere Teil der einsatzfähigen Männer im Feld stand, war dies eine Leistung. 

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Abteilung Schluttenbach

Die Freiwillige Feuerwehr Schluttenbach wurde am Sonntag, dem 23. Juni 1940, dem 2. Kriegsjahr im hiesigen Bürgersaal (Rathaus) unter Bürgermeister Emil Günter, Kreisfeuerwehrführer Walter (Durlach) und Adjutant Seiler (Karlsruhe) gegründet. Unter der fachlichen Leitung des damaligen Kreisfeuerwehrführers Walter meldeten sich 23 Männer zur Freiwilligen Feuerwehr. Den Posten des Kommandanten übernahm Franz Josef Schneider.

Durch den Zusammenbruch am Kriegsende wurde auch die Wehr schwer in Mitleidenschaft gezogen. Durch Plünderungen gingen sehr viele Geräte und Ausrüstung verloren. Aber auch die schriftlichen Unterlagen kamen in dem allgemeinen Trubel abhanden. So geht aus einem noch aufgefundenen Schriftstück hervor, dass die Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr Schluttenbach im Mai 1943 aus einem Hydrantenwagen mit den dazugehörenden Gerätschaften (Schläuche, Strahlrohre usw.),

einer Handdruckspritze und einer ausziehbaren Leiter bestand. Uniformen waren noch nicht angeschafft worden.

 Nach Kriegsende wurde die Wehr im Januar 1947 vorübergehend als Pflichtwehr gemeldet. Die Mannschaft mit einer Stärke von 15 Mann wurde von Otto Felber als Kommandant geführt. Aber bereits am 1. Mai 1947 wurde Heinrich Günter II als neuer Pflichtkommandant eingesetzt, da Otto Felber aus nicht bekannten Gründen sein Amt zur Verfügung stellte. Am 27. Mai 1949 fand die erste Versammlung, über die ein vollständiges Protokoll vorhanden ist, statt. An diesem Tage war die Wehr 26 Mann stark. Da der bisherige Pflichtkommandant Heinrich Günter II sein Amt niederlegte, stand die Wahl eines neuen Kommandanten im Vordergrund dieser Versammlung. Nach langer Debatte wurde Rudolf Blödt einstimmig zum Kommandanten gewählt. Weiter wurde die Anschaffung von Feuerwehruniformen beschlossen. Mit den neuen Uniformen trat die Wehr erstmals beim Gartenfest am 24. Juli 1949 in der Öffentlichkeit auf. Der durch den Krieg unterbrochene Aufbau der Wehr wurde fortgesetzt. 

Erweiterung der Fahrzeuge und Geräte

Bis zum Jahre 1955 waren keine Einsätze oder besondere Ereignisse zu verzeichnen. Im Dezember 1955 wurde der Wehr bei einer kleinen Feierstunde eine mit einem Volkswagenmotor angetriebene Tragkraftspritze TS 8/8 der Firma Metz übergeben. Im August 1957 konnte die Wehr in das neu erbaute Feuerwehrgerätehaus in der Hauptstraße, heute Lange Straße, einziehen.

Als im März 1960 die Wehr, als eine der ersten in der näheren Umgebung, mit einem Tragkraft-Spritzenfahrzeug (TSF) des Fabrikates ,, Ford “ ausgestattet wurde, war der Aufbau der Wehr für die damalige Zeit von der technischen Seite her abgeschlossen. Aber die Einsatzstärke hätte wegen der schlechten Wasserversorgung nicht ausgenutzt werden können, so entschloss man sich zum Bau eines Löschwasserbehälters. Im Juli 1964 wurde im Rahmen einer Großübung unter Mitwirkung der Nachbarwehren aus Schöllbronn, Völkersbach, Oberweier und Sulzbach der Löschwasserbehälter der Wehr übergeben. 

Die nächsten zehn Jahre vergingen mit dem Übungsdienst ohne nennenswerte Ereignisse. Im Juli 1974 wurde in Bad Friedrichshall das neue Löschgruppen-Fahrzeug LE 8 Daimler-Benz abgeholt. Am 6 September 1974 wurde das neue Fahrzeug der

Wehr offiziell übergeben. An diesem Tage bestand die Freiwillige Feuerwehr

Schluttenbach aus 28 Männern.

Altersmannschaft
Altersmannschaft 1996: Rupert Andraschko, Wenzel Neubauer, Helmut Felber, Albert Blödt, Josef Rabold, Anselm Günter (Abwesend: Ignaz Günter)

Stadtbrandmeister Wolfmüller übergab der Schluttenbacher Wehr am 24. März

1980 ein Fahrzeug für die Waldbrandbekämpfung, das umgebaut und mit Schaufeln, Äxten, Spaten, Pickeln und Feuerpatschen bestückt wurde. Auch Beleuchtungsgeräte und 120m Schlauchmaterial befinden sich in diesem Fahrzeug. Auf einem Schlitten, der im Winter gegen eine TS 8 ausgetauscht wird, können zwei Motorsägen und fünf Rückentragen mit je 18 Liter zum Nachlöschen herangebracht werden.

Neubau Feuerwehrgerätehaus

 Im Jahre 1986 erhielt die Wehr ein TLF 16 zur Verbesserung der Waldbrandbekämpfung. Damit war das Feuerwehrgerätehaus belegt, und die theoretische Ausbildung der Freiwilligen musste in den Bürgersaal im Rathaus verlegt werden. Diesem Missstand versuchte man durch die Planung eines neuen Gerätehauses Abhilfe zu schaffen. Die Bausubstanz des bisherigen Gerätehauses in der Lange Straße, wo auch der Leichenwagen lange Zeit untergestellt wurde, schloss eine Sanierung aus, auch entsprachen die räumlichen Gegebenheiten nicht mehr den modernen Anforderungen. Man sah einen Neubau in der Hofstraße vor, der neben Gerätefläche auch Platz für einen Schulungsraum hat. Nach knapp einem Jahr Bauzeit und einer freiwilligen Arbeitsleistung der Feuerwehrleute von 1800 Stunden für den Innenausbau konnte das neue Feuerwehrgerätehaus im Mai 1995 offiziell seiner Bestimmung übergeben

werden. 

Neues Feuerwehrhaus und Einsatzfahrzeuge Schluttenbach
Neues Feuerwehrhaus und Einsatzfahrzeuge 1996

Schon vorher hatte die Schluttenbacher Wehr Grund zum Feiern. 1990 wurde

dem 5O-jährigen Bestehen der Feuerwehr mit einem Festakt gedacht, bei dem

die Gründungsmitglieder Jeremias Schoch und Heinrich Günter besonders gewürdigt wurden.

Aktive Mannschaft 1996
Aktive Mannschaft 1996

Oberste Reihe: Timo Müller, Jürgen Fang, Bernhard Günter, Holger Zipf; 2. Reihe: Carsten Günter, Dominik Leuchtenmüller, Josef Leuchtenmüller, Martin Klein, Martin Schneider; 2. Reihe: Abteilungskommandant Johann Abend, Emil Geiger, Herbert Koch, Herbert Schneider; Unterste Reihe: Werner Beyerle, Patrick Schmidt, Walter Schuppiser, Werner Merklinger; 

Ein neuer Mannschaftstransportwagen ergänzte 1992 die Ausstattung der Wehr, damit sie den vielfältigen Aufgaben gerecht werden konnte.

Im Rahmen des Feuerwehrfests wurde am 24.5.2003 ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser (TSF-W) an die Abteilung Schluttenbach durch Oberbürgermeister Offele übergeben. Dieses Fahrzeug ersetzte das 29 Jahre alte LF-8.

Am 26.4.2013 wurde ein neuer Mannschaftstransportwagen in einer Feierstunde im Feuerwehrhaus durch Oberbürgermeister Arnold an die Abteilung übergeben. Dieses Fahrzeug ersetzt den alten MTW.

Im Jahr 2015 begeht die Abteilung ihr 75-jähriges Jubiläum mit einem Festbankett und einem Festwochenende.

Quelle: Rüdiger Stenzel et al (1996): Geschichte von Schluttenbach.